|
Ich bin kein Freund von
allzu komplizierten Montagen. Da ich in meinem
"Hausgewässer" oft auf weite Entfernung fische, versuche
ich, den Aufbau so einfach wie möglich zu halten um Tangles
vorzubeugen. Mein Ziel war es immer, eine möglichst
universelle Hakenmontage zu fischen, die sich problemlos an
die meisten Situationen anpassen lässt. Versuche mit einem
verstellbaren Haar verliefen unbefriedigend, da sich die
Haarlänge bei weiten Würfen wieder verstellte und dadurch
den Erfolg in Frage stellte. Durch die Verwendung des
No-Knot-Rigs (=ohne Knoten gebundener Haken) ergaben sich
neue Möglichkeiten: Man konnte einfach eine Schlaufe mit
einwickeln, die als Befestigung für den Boilie diente. Dazu
wurde einfach ein kurzes Stück Zahnseide verwendet, auf die
der (oder die) Boilie(s) aufgezogen und an die Schlaufe
angeknotet wurde(n). Durch dieses System hatte man immer die
ideale Haarlänge, ganz gleich, ob man nun einen 14 mm Boilie,
oder zwei 24 mm Boilies fischte. Die Sache hatte leider
einen Haken: Das "Anknüpfen" der Boilies gestaltete sich
besonders mitten in der Nacht als etwas kompliziert und wenn
der Knoten nicht sauber gebunden wurde, konnte es auch schon
mal passieren, das sich der Köder beim Wurf selbständig
machte und man ahnungslos den Rest der Nacht mit blankem
Haken fischte. Beim Kramen in der Gerätekiste kam mir
schliesslich die Idee, einfach ein sog. Bait-Band (kleiner
Gummiring) an der Schlaufe zu befestigen. Diese kleinen
Gummis sind sehr dehnbar und äusserst reissfest. Die
Boiliebefestigung war nun ein Kinderspiel - der Köder wurde
einfach aufgezogen uns saß perfekt. Durch die Elastizität
des Gummis kann man so problemlos ein oder zwei Köder
verwenden. Ein weiterer positiver Effekt: Die bei weiten
Würfen entstehenden Kräfte, die teilweise zum Verlust des
Köders führten, wurden abgefedert und der Boilie kam sicher
am Ziel an. Bei solchen Würfen sollte das Bait-Band aber
immer auf Beschädigungen kontrolliert werden, da es sonst
doch mal reissen kann. Solche kleinen Risse entstehen oft
beim Aufziehen, wenn man eine scharfkantige Boilienadel
verwendet. Daher empfehle ich für Bait-Bands unbedingt
Boilienadeln mit Klappöse. Mittlerweile verwende ich fast
ausschliesslich diese Montage. Besonders praktisch ist auch,
dass man durch einfaches Anklemmen eines Bleischrots eine
sehr effektive Floatermontage zur Verfügung hat. Ich
verwende die Bait-Bands entweder mit dem Ashima Super Heavy
Carphook, oder mit dem Nash Pattern 2 in Kombination mit
Line Aligner. Diese Montage hat sich in allen Situationen
bewährt: im Fluss, im Kanal, an kleinen Teichen und grossen
Seen, ganz gleich ob diese kaum befischt wurden, oder unter
starkem Angeldruck standen.

Snakebite
mit No Knot, Popup Montage, und "Standardrig"
Zum Schluss noch ein Tip:
Leider sind die Bait-Bands, die von Carp `R` Us und Fox
angeboten werden nicht ganz billig (20 Stück ca. 1,- Euro).
Beim Zahnarzt/Kieferorthopäden gibts die gleiche Ware in
diversen Grössen zum Spottpreis (=Zahnspangengummis).
Viel Spass beim Herumexperimentieren!
|